Moorschutz

In unserem Untersuchungsgebiet befindet sich mit dem Donaumoos das größte Niedermoor Süddeutschlands. Auch am Lech und in anderen Gebieten der Landkreise Neuburg-Schrobenhausen, Pfaffenhofen a.d.Ilm, Ingolstadt und Aichach-Friedberg finden sich Moorflächen.

Moore sind einzigartige Landschaften mit einem ganz eigenen Charakter, welcher für den Klimaschutz eine enorm wichtige Rolle spielt. In ihren Torfschichten speichern sie organisches Material und binden damit hohe Mengen an Kohlenstoff.

Aufgrund dieser Eigenschaften sehen wir Moore als Vorteil für die Region an, welche gleichzeitig die Wertschöpfung steigern kann und schützenswert ist.

In Deutschland bedecken Moore etwa 4 % der Landesfläche. Trotz dieser geringen Fläche sind sie mit 1,2 Mrd. t CO2 der größte Kohlenstoffspeicher der Bundesrepublik.

Dabei können enorm viele Treibhausgase aus nur kleinen Moorflächen entweichen. Moorflächen machen nur 7 % der landwirtschaftlichen Flächen aus, sind aber für 37 % aller Treibhausgasemissionen des Landwirtschaftssektor verantwortlich. Damit ist Deutschland in der EU der zweitgrößte Emittent von Mooremissionen. Daraus resultiert ein gesellschaftlicher Schaden in Milliardenhöhe.

Jedoch lassen sich diese Emissionen durch eine Nutzungsänderung drastisch verringern. Das Stichwort: Paludikultur. Paldikulturen beschreiben die Bewirtschaftung von nassen oder wiedervernässten Moorflächen. Dabei werden an nasse Standorte angepasste Pflanzen wie Seggen, Schilf, Rohrkolben oder Torfmoose angebaut und verwertet

Palidukultur

Durch die Wiedervernässung lassen sich die CO2-Emissionen um ca. 29-32 t CO2-Äquivalent pro ha und Jahr verringern. Ein Hektar wiedervernässtes Moor kann dadurch jedes Jahr die unvermeidbaren Emissionen von ca. 15 Bürgern ausgleichen.

Aus dem Anbau in Paludikulturen können verschiedene Produkte gewonnen werden. Schilf und Rohrkolben können als Dämmstoffe, für Reetdächer, als bauliche Stoffe sowie als Brennstoff für Biomasseheizkraftwerke verwendet werden. Außerdem kann mit der nassen Landwirtschaft die nachhaltige Wirkweise von Mooren weitestgehend erhalten bleiben und die Senkung des Bodens, verursacht durch die Entwässerung, gestoppt werden.

Darüber hinaus bieten Moore dem Menschen wichtige Dienste. Über Verdunstung regulieren sie das lokale Klima und wirken sich kühlend auf die Umgebung aus. Moore können große Mengen an Wasser aufnehmen und somit Dürren und Überschwemmungen entgegenwirken. Die Speicherfähigkeit von Wasser fördert auch die Grundwasserneubildung. Aber auch bei der Reinigung von Wasser kommt Mooren eine wichtige Rolle hinzu. Pflanzen im Moor nehmen Schadstoffe, auf und binden diese im Torf. Dadurch wirken Sie wie Filter und bereiten sauberes Trinkwasser auf.

Moore sind nicht nur Speicher von Kohlenstoff und Ökosystemdienstleister. In Mooren herrscht eine besondere, auf diese Extremstandorte angepasste Flora und Fauna. Viele Tier- und Pflanzenarten lassen sich nur hier finden. Demnach sind Moore sowohl auf europäischer Ebene als auch auf nationaler Ebene geschützt. Viele der hier vorkommenden Arten werden auf der Roten Liste geführt und gelten als selten und/oder gefährdet. Einige sind sogar vom Aussterben bedroht. Dazu gehören Wiesenbrüter, wie der Große Brachvogel (Numenius arquata). Im bayerischen Donaumoos kommen außerdem viele weitere Arten vor, welche entweder in Bayern oder der gesamten Bundesrepublik selten oder vom Aussterben bedroht sind. Darunter fallen verschiedene Libellenarten, Amphibien und Heuschrecken. Aber auch das Leben Unterwasser im Donaumoos ist interessant. Hier existiert eine große Population der Bachmuschel (Unio crassus), welche hohe Ansprüche an die Wasserqualität stellt und daher in Deutschland extrem selten geworden ist.

Das Moor als Lebensraum und Dienstleister wurde lange unterschätzt. Die vielfältigen Funktionen, vom Standort für Land- und Viehwirtschaft, Lieferant für Baustoffe, Rückzugsort für gefährdete Tier- und Pflanzenarten bis hin zum Puffer bei Überschwemmungen, gewinnen heute immer mehr an Bedeutung. Darum wollen wir Moore schützen und die Menschen honorieren, die dies tun